Verantwortung

Die Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten
des InterAction  Council

Um den unheilvollen Auswirkungen existenzbedrohender Interessenkonflikte entgegenzuwirken und in der sicheren Erkenntnis, dass die friedvolle Lösung von Konflikten stets untrennbar mit der Bereitschaft zu einem respektvollen Miteinander verbunden ist, wurde bereits 1997 die Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten vom InterAction Council ins Leben gerufen und den Vereinten Nationen vorgeschlagen.

Religions- und kulturenübergreifend soll sie weltweit allen Völkern, Gesellschaften und Einzelpersonen als Orientierung für die verantwortungsbewusste Wahrnehmung von Rechten und Pflichten dienen. Als Ergänzung und Unterstützung zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verstanden, beschreibt sie die wesentlichen Verhaltensempfehlungen sowohl für ein friedvolles, gerechtes und freiheitliches Miteinander als auch zum Umgang mit unserem Lebensraum.

Die vom InterAction Council einberufene Kommission hochkarätiger Experten und Vertreter verschiedenster Religionsgemeinschaften und Weltanschauungen gemeinsam erarbeitete Definition der wesentlichen Verantwortungsbereiche bezieht sich dafür auf die
-  Grundprinzipien menschlichen Verhaltens,
-  Gewaltlosigkeit und Achtung vor dem Leben,
-  Gerechtigkeit und Solidarität,
-  Wahrhaftigkeit und Toleranz,
-  gegenseitige Achtung und Partnerschaft
-  sowie auf das klare Bekenntnis zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.
Dazu sind die entsprechenden religions- und kulturenübergreifenden Verhaltensempfehlungen in 19 Artikeln zusammengefasst.


Friedensnobelpreisträger wie Nelson Mandela und Óscar Arias Sánchez sind nur einige Namen, die auf das Engagement des InterAction Council hinweisen. Als politisch unabhängiger Rat ehemaliger Staats- und Regierungschefs sieht das 1983 vom ehemaligen Premierminister Japans Takeo Fukuda gegründete InterAction Council seine Aufgabe insbesondere darin, auf internationaler Ebene Regierungen bei der Lösung politischer, wirtschaftlicher sowie sozialer Problemstellungen beratend zu unterstützen. Seine Analysen und Lösungsempfehlungen beziehen sich dazu insbesondere auf die Bereiche Frieden und Sicherheit, Weltwirtschaft, Umwelt sowie auf allgemeingültige ethische Standards.
Weitere Informationen zum InterAction Council und zu den Abschlusserklärungen der jährlichen Treffen finden Sie auf www.interactioncouncil.org
.
Statements zur Allgemeinen Erklärung der Menschenpflichten:
20 Jahre nach Veröffentlichung der Allgemeinen Erklärung der Menschenpflichten sind die Probleme nicht weniger geworden. Genau das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Wie bereits 1997 vorausgesehen, hat die zunehmende Globalisierung bei Weitem nicht nur Gewinner hervorgebracht.
Mit dem global steigenden Wettbewerb um weltweit begrenzt vorhandene Rohstoffe nehmen auch die Anzahl und die Gefahrenpotenziale der dadurch auftretenden Interessenkonflikte sowohl zwischen als auch innerhalb der Völker und Kulturen zu. Als mindestens ebenso gewichtig sind dazu der umweltgefährdende Umgang mit den natürlich vorhandenen Ressourcen wie Luft, Wasser, Erde sowie die klimatischen Umwälzungen insgesamt anzusehen.

Selbst in vornehmlich wirtschaftlich gesicherten sozialen Schichten macht sich daraufhin zunehmend die Sorge um den Erhalt von Arbeit und Wohlstand für die eigene und kommende Generationen breit. Da diese Probleme – durchaus berechtigt – als sehr existentiell wahrgenommen werden, besteht das dringende Bedürfnis nach schnellen Lösungen. Allerdings bieten sich bei derart komplexen Problenstellungen nur in den allerseltensten Fällen schnelle und einfache Lösungen an. Es besteht daher die Gefahr – und in einigen Teilen der Bevölkerung ist es bereits dazu gekommen –, dass es zu einer Art Domino-Effekt kommt, in dem letztlich das Vertrauen in die Identität beziehungsweise in die Zukunftsfähigkeit der hart erkämpften und bis dato sehr erfolgreichen Werte letztendlich kippt und aufgrund nationaler, wirtschaftlicher und kultureller Abschottung verheerenden Folgen für den Erhalt von Frieden, Freiheit und Sicherheit Tür und Tor geöffnet wird.

Unter diesen Umständen gesellt sich neben der Frage nach der Bereitschaft für Verantwortung die Frage nach der gesellschaftlichen Fähigkeit zur Verantwortung hinzu. Denn ohne eine möglichst umsichtig von Wahrhaftigkeit und Erfahrungen geprägte Betrachtung von Konfliktsituationen – wie etwa bei der bewussten Verbreitung von Falschinformationen –, bleibt bereits jeder Ansatz für konstruktive Problemlösungen unmöglich.

Nach anfänglich vereinzelten Bedenken, die sich in westlichen Ländern auf die Eventualität von eingeschränkter Freiheit bezogen, dürfte durch die Erfahrungen der letzten Zeit klar geworden sein, dass Frieden, Freiheit und Sicherheit nicht weiterhin als Selbstverständlichkeit angesehen werden können. Es sind in der Geschichte sehr hart errungene Werte, deren Erhalt und Förderung immerwährende Anstrengungen auf Basis von verantwortungsvollem Verhalten sowohl der Gesellschaft als auch eines jeden Einzelnen bedarf.

Diese Internetseite soll zu der möglichst breiten Bekanntheit der Allgemeinen Erklärung der Menschenpflichten beitragen und so für Politik und Zivilgesellschaft als Diskussionsgrundlage zur Erhaltung und Förderung eines friedvollen, gerechten und freiheitlichen Miteinanders aller Völker, Kulturen und Gesellschaften im Einklang und zur Unterstützung der Ziele der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen dienen.

Norbert Thomassen, 2017
Besonderer Dank gilt dem Generalsekretär des InterAction Council Dr. Thomas Axworthy sowie Tanya Guy
für die freundliche Genehmigung und Unterstützung dieses Projekts.


Hier lesen: Präambel und Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenpflichten


Verantwortung
Anlässlich des 20. Jahrestags 2017 erschienen:

Verantwortung
Die Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten des InterAction Council in 40 Sprachen

Religions- und kulturenübergreifend beschreiben die 19 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenpflichten die wesentlichsten Verhaltensempfehlungen für die verantwortungsvolle Wahrnehmung von Rechten und Pflichten. Die Vereinigung der 40 offiziellen Staatssprachen in einem einzigen Buch steht dazu symbolisch für die unabdingbare, weltweite Verbundenheit aller Völker unserer Erde.

ISBN 978-3-89978-279-0        10,- Euro
330 Seiten, Broschur, 130 x 190 mm;
Nicht-gewinnorientiertes Buchprojekt. Der Preis deckt die Kosten für Druck und Vertrieb.

Erhältlich im Buchhandel oder direkt hier beim Verlag
Direkt beim Verlag bestellen
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